NEO im Einsatz sehen

Ware-zur-Person-Anbieter für bestehende Fachbodenregale

Kommissionierstation von oben: Behälter aus dem bestehenden Fachbodenregal werden am stationären Arbeitsplatz angedient

Wer ein bestehendes Fachbodenlager auf Ware-zur-Person umstellen will, hat weniger Anbieter zur Auswahl, als die üblichen Top-10-Listen vermuten lassen. Die meisten Systeme brauchen eigene Regale, ein Grid oder eine feste Anlage. Dieser Überblick sortiert die Hersteller danach, ob das vorhandene Regal stehen bleibt, ob der Picker wirklich stationär arbeitet und ob Mensch und Roboter im selben Bereich arbeiten können.

Drei Fragen trennen die Anbieter

Ware-zur-Person heißt: Die Ware kommt zum Kommissionierer, nicht umgekehrt. Unter dem Begriff verkaufen Hersteller heute Systeme, die baulich und wirtschaftlich wenig gemeinsam haben. Für ein Lager mit vorhandenem Fachbodenregal entscheiden drei Fragen, welche Anbieter überhaupt in Frage kommen:

  1. Bleibt das vorhandene Regal stehen? Oder verlangt das System eigene mobile Regale, ein Hochregal des Herstellers, ein Grid oder eine Shuttle-Anlage?
  2. Arbeitet der Picker stationär? Oder läuft er weiter durch die Gänge und der Roboter übernimmt nur den Transport?
  3. Können Mensch und Roboter im selben Bereich arbeiten? Oder wird der Roboterbereich abgesperrt, sodass manuelle und automatisierte Kommissionierung räumlich getrennt laufen?

Die erste Frage entscheidet über Umbau und Betriebsunterbrechung, die zweite über Laufwege und Ergonomie, die dritte darüber, ob Sie schrittweise umstellen und Saisonspitzen mit zusätzlichem Personal im selben Prozess abfangen können. Die Systemklassen dahinter erklärt der Vergleich AMR gegen feste Automation ausführlicher.

Anbieter, die im bestehenden Fachbodenregal arbeiten

In dieser Gruppe holen mobile Roboter einzelne Behälter aus dem vorhandenen Regal und bringen sie zu einer stationären Kommissionierstation. Das Regal bleibt stehen, der Picker steht an der Station. In DACH sind vor allem diese Anbieter aktiv:

Anbieter Vorhandenes Regal Nutzbare Höhe Geschäftsmodell
NEOintralogistics (NEO) bleibt unverändert bis 250 cm Pay-per-Pick
Caja Robotics (Fives) Standardregale über Regaladapter bis 5,3 m Kauf oder Leasing
SSI Schäfer RackBot weitgehend bis 11,5 m Kauf
Brightpick Giraffe teilweise, stärker im höheren Regal bis 5,8 m Kauf oder Robotics-as-a-Service

Angaben zu Wettbewerbern nach öffentlichen Herstellerinformationen, Stand Mai 2026. Prüfen Sie sie im Gespräch mit dem jeweiligen Anbieter, Produkte und Konditionen ändern sich.

Bei der Höhe liegen Caja, RackBot und Brightpick vorn: Wer Regale über 2,5 Meter automatisieren will, ist bei NEO falsch. Beim Geschäftsmodell unterscheidet sich NEO von den übrigen: NEO rechnet je Pick ab, ohne Vorab-Investition. Im Betrieb arbeiten Kommissionierer und Roboter bei NEO im selben Gang am selben Regal, sodass ein Teil des Lagers manuell weiterläuft, während der andere automatisiert ist. Wie das bei anderen Systemen geregelt ist, klären Sie am besten direkt im Anbietergespräch. Wie das Retrofit im Fachbodenregal abläuft und was Pay-per-Pick enthält, steht auf den jeweiligen Seiten.

Anbieter mit eigenem Regalsystem

Zwei Gruppen arbeiten ebenfalls mit mobilen Robotern und stationären Stationen, setzen aber ein eigenes Regalsystem voraus. Sie ersetzen das vorhandene Fachbodenregal oder brauchen eine eigene Fläche.

Behälter-Roboter im herstellereigenen Hochregal. Exotec (Skypod) nutzt Roboter, die fahren und im eigenen Hochregal bis 12 Meter klettern. Die Dichte ist hoch, das Regal ist aber Teil des Systems und wird neu aufgebaut. Das passt für große Volumina und Neuplanungen, weniger für ein laufendes Bestandslager.

Regal-zur-Person (Shelf-to-Person). Geek+, GreyOrange, Hörmann Intralogistics (Moving Racks) und SAFELOG (GT1) fahren Roboter unter mobile Regaleinheiten und bringen das ganze Regal zur Station. Das Konzept ist ausgereift und im Greenfield stark. Es verlangt aber unterfahrbare Regale, meist die des Herstellers, und einen ebenen, tragfähigen Boden.

Roboter-Assistenz ohne stationären Arbeitsplatz

Locus Robotics und vergleichbare Anbieter ersetzen den Kommissionierwagen durch einen mobilen Roboter, der den Picker am Regal trifft. Das Regal bleibt unverändert, die Einführung ist schnell, abgerechnet wird meist als Robotics-as-a-Service. Der Picker läuft aber weiter: Die Laufwege sinken, sie entfallen nicht. Streng genommen ist das Person-zur-Ware mit Roboter-Unterstützung. Die Unterschiede zu echtem Ware-zur-Person beschreibt der Vergleich robotische gegen manuelle Kommissionierung.

Feste Anlagen: Cube, Shuttle und AKL

In allgemeinen Anbieterlisten zur Lagerautomatisierung stehen meist die großen Namen der festen Automatisierung: AutoStore als Cube-Lager (vertrieben über Integratoren wie Element Logic und Swisslog), Shuttle-Systeme und automatische Kleinteilelager von KNAPP, Dematic, Swisslog, Kardex und SSI Schäfer. Sie liefern die höchste Dichte und hohen Durchsatz, erfordern aber eine Millionen-Investition, freie Fläche und typischerweise 12 bis 36 Monate bis zum Go-live. Das Fachbodenregal wird ersetzt. AutoStore-Anlagen gibt es seit 2026 über Element Logic auch als Mietmodell, die Bauphase bleibt dieselbe.

Wo diese Systeme gegenüber einem Retrofit vorn liegen, zeigen die Vergleiche mit Cube-Lagern, Shuttle-Systemen und dem automatischen Kleinteilelager.

Fragen für das Anbietergespräch

Die Herstellerbroschüren ähneln sich: autonome Roboter, Ware-zur-Person, Cloud-Software, zwei- bis vierfache Produktivität. Diese Fragen trennen die Angebote:

  • Was passiert mit meinem vorhandenen Regal? Bleibt es stehen, wird es angepasst oder ersetzt?
  • Bis zu welcher Höhe und welchem Behältergewicht arbeitet das System? Und welcher Anteil meines Sortiments liegt darüber?
  • Dürfen Kommissionierer im automatisierten Bereich weiter manuell picken? Oder wird der Bereich abgesperrt?
  • Was zahle ich vorab, und was bei halber Auslastung? Kauf, Leasing, Miete und Pay-per-Pick verteilen das Volumenrisiko unterschiedlich.
  • Wie viele Wochen vergehen von der Entscheidung bis zum ersten automatisierten Pick? Einschließlich WMS-Anbindung.
  • Wer stellt die Software zwischen WMS und Robotern? Der Hersteller selbst oder ein Integrator, dessen System Sie zusätzlich pflegen.

Wann NEO nicht passt

NEO automatisiert Fachbodenregale bis 250 cm nutzbarer Höhe, in Gängen ab 85 cm, mit Behältern bis 380 × 270 × 140 mm und Artikeln bis 5 kg. Empfohlen ist das ab 5.000 Picks pro Tag. Wer höhere Regale automatisieren will, Paletten kommissioniert, schwerere oder größere Artikel handhabt oder deutlich weniger Volumen hat, ist bei einem anderen Anbieter aus dieser Liste oder bei manueller Kommissionierung besser aufgehoben.

Nächster Schritt

Welche der Gruppen zu Ihrem Lager passt, hängt an Regalhöhe, Sortiment und Volumen. Im Fit-Check prüfen wir das anhand Ihrer Zahlen und sagen Ihnen auch, wenn ein anderer Ansatz besser passt.

Was kostet Sie ein Pick wirklich?

Rechnen Sie Ihren All-in-Cost je Auftragszeile aus Ihren eigenen Zahlen aus - mit Schichtzuschlägen, Zeitarbeit, Krankheit und Pick-Fehlern. Kostenlos, ohne Anmeldung.

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Häufige Fragen

Welche Ware-zur-Person-Systeme funktionieren im bestehenden Fachbodenregal?

Systeme, bei denen mobile Roboter einzelne Behälter aus dem vorhandenen Regal holen und zu einer stationären Station bringen. In DACH sind das vor allem NEO, Caja Robotics, SSI Schäfer RackBot und Brightpick Giraffe. Regal-zur-Person-Systeme, Cube-Lager und Shuttle-Anlagen verlangen ein eigenes Regalsystem.

Welche Ware-zur-Person-Anbieter brauchen ein eigenes Regalsystem?

Exotec baut ein eigenes Hochregal, in dem die Roboter klettern. Geek+, GreyOrange, Hörmann Intralogistics und SAFELOG arbeiten mit mobilen Regaleinheiten, die der Roboter zur Station fährt. Cube-Lager wie AutoStore und Shuttle-Anlagen ersetzen das Fachbodenregal durch eine feste Anlage.

Gibt es Ware-zur-Person ohne Investition?

Ja. NEO rechnet ausschließlich nach Pay-per-Pick ab: Roboter, Station, Software und Wartung sind im Preis je Pick enthalten, eine Vorab-Investition gibt es nicht. Einige andere Anbieter bieten Robotics-as-a-Service mit fester Monatsgebühr je Roboter an.

Wie lange braucht Ware-zur-Person im Bestandslager bis zum Go-live?

Bei NEO vergehen 6-8 Wochen bis zum Go-live, im laufenden Betrieb und ohne Regalumbau. Feste Anlagen wie Cube-Lager, Shuttle-Systeme oder automatische Kleinteilelager brauchen typischerweise 12 bis 36 Monate.

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