Die Ausgangslage
Am Standort Wernberg kommissioniert Conrad Electronic aus klassischen Fachbodenregalen. Ein Shuttle-System übernimmt die Schnelldreher, der Großteil des Sortiments liegt im Fachbodenlager, und dort geht der Mensch zur Ware. Drei Gründe sprachen dagegen, das so zu lassen.
Warum Conrad Electronic sich für NEO entschieden hat
Der Markt für Lagerautomatisierung bietet zahlreiche Systeme - von Shuttle-Anlagen über cube-basierte AS/RS-Systeme bis hin zu klassischen AKL. Doch all diese Lösungen setzen voraus, dass die bestehende Regalinfrastruktur weicht. Für ein Unternehmen mit funktionierenden Fachbodenregal-Lagern bedeutet das: Abriss, Neubau, Umzug.
NEO war die einzige Lösung, die Ware-zur-Person-Automatisierung direkt im vorhandenen Fachbodenregal ermöglichen konnte. Autonome mobile Roboter (AMR) navigieren durch die bestehenden Regalgassen, entnehmen Behälter und transportieren sie zur Kommissionierstation - ohne dass ein einziges Regal versetzt werden muss.
Die Umsetzung
Die Implementierung von NEO in einem bestehenden Lager folgt einem standardisierten Prozess, der auf minimale Disruption ausgelegt ist.
Der Betrieb seit dem Go-Live
Zwischen Januar und August 2026 hat das erste NEO System bei Conrad rund 4,5 Millionen Picks abgewickelt, an rund 180 Arbeitstagen und an einer einzigen Kommissionierstation, an der jeweils ein Mitarbeitender die angedienten Artikel entnimmt.
Getestet wurde dabei die gesamte Artikelbandbreite, vom kleinsten bis zum schwersten Artikel, und zwar während der Logistikbetrieb ohne Einschränkung weiterlief. Der Leistungstest wurde bestanden, und noch vor Ablauf der Testphase hat Conrad eine zweite NEO-Station bestellt.
Parallel hat das neue Konzept Platz geschaffen: 25 bis 30 Prozent der Fläche im Fachbodenlager stehen heute für weitere Projekte zur Verfügung, im selben Gebäude und ohne einen zusätzlichen Quadratmeter.
Der Anwenderbericht
Thomas Kellner, Senior Business Expert Supply Chain bei Conrad Electronic, erklärt im Video, warum Conrad diesen Weg gewählt hat, wie die Einführung im laufenden Betrieb ablief und was sich für das Team im Lager verändert hat.
Weitere Filme zu NEO im Bestandslager finden Sie auf der Seite Videos.
Was sich für das Team geändert hat
NEO übernimmt die Laufwege und den Zu- und Rücktransport der Behälter, der Griff in den Behälter bleibt beim Menschen. Für die Akzeptanz im Lager war diese Grenze entscheidend.
Der Behälter kommt auf Greifhöhe an die Station, statt dass der Mitarbeitende sich in die unteren Fächer bückt und in die oberen greift. Die Reaktion der Mitarbeitenden auf die Einführung war entsprechend positiv.
Von Projektbeginn bis zum Produktivbetrieb vergingen sechs bis acht Wochen. Ein Lagerneubau oder ein automatisches Kleinteilelager hätte 12 bis 36 Monate gekostet, bei einer Investition in Millionenhöhe.
Fazit
Conrad Electronic zeigt, dass Goods-to-Person-Automatisierung im vorhandenen Fachbodenregal funktioniert, in großen Lagerbetrieben und im laufenden Geschäft. Die zweite Station war bestellt, bevor die Testphase vorbei war.
Was würde das für Ihr Lager bedeuten?